Fotos: Uwe Moosburger

Karlheinz Schmid

Empfänger erhielt ein neues Herz

Angst vor der lebensnotwendigen Operation. Das war das Gefühl, das Karlheinz Schmid überkam, als er erfuhr, dass er ein Spenderherz benötigt. „Ich verspürte Unsicherheit, ob das optimale Organ rechtzeitig gespendet wird.” Trotz seiner eingeschränkten Lebensqualität – er lebte schon 13 Jahre mit einer Herzinsuffizienz – hoffte er, auch ohne Transplantation überleben zu können.

Diese Hoffnung nahmen ihm seine behandelnden Ärzte. „Ich konnte zeitweise nur noch mit dem Sauerstoffgerät am Schreibtisch sitzen, jede körperliche Belastung wurde zur Qual.” Eine Transplantation war unausweichlich, um sein Leben zu retten. Und sie war erfolgreich. Nach der Operation fühlte sich Karlheinz Schmid „absolut schmerzfrei, bestens betreut und glücklich, von der gelungenen Transplantation zu hören.” Zu seinen ersten Gedanken gehörte, wie er der Familie des Spenders oder der Spenderin danken könnte.

„Jeder, der transplantiert wird, denkt auch an seinen Organspender,” meint Karlheinz Schmid. Er selbst hat schon wenige Tage nach dem Eingriff seinen ersten Brief an die Angehörigen des Verstorbenen geschrieben. Das Schreiben wurde anonymisiert an die ihm unbekannte Adresse weitergeleitet. „Ich habe diesen Menschen gedankt, sie womöglich auch in ihrer Trauer getröstet und von meinem neuen Leben berichtet.”

Heute kann Karlheinz Schmid wieder von morgens bis abends seiner geliebten journalistischen und verlegerischen Tätigkeit nachgehen. Schon wenige Wochen nach seiner Transplantation hat er das Büchlein „Herzensangelegenheiten” veröffentlicht, um mit seiner Geschichte auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen.

Karlheinz Schmid wünscht sich heute, dass sich mehr Menschen mit dem Tabuthema „Tod” befassen. „Wer im Notfall selbst erwartet – und das tun die meisten –  mit einem fremden Organ das eigene Leben verlängern zu können, der sollte nicht zögern, im Gegenzug einen Organspendeausweis auszufüllen. – Eine letzte humanitäre Geste, die wir einander schuldig sind.”

Wer, wie er selbst, einmal die Furcht verspürte, vielleicht vergeblich auf ein passendes Organ zu warten, der kann dieses letzte Geschenk eines Menschen nicht hoch genug einschätzen.

Und bis heute Dankbarkeit fühlen