Alexandra Meyer-Holtkamp

Empfängerin erhielt eine neue Leber

Heute geht es Alexandra Meyer-Holtkamp wieder sehr gut, aber sie hat in ihrem Leben schon ganz andere Zeiten durchstehen müssen. Sie litt an einer seltenen Erbkrankheit: Morbus Wilson. Eine Kupferspeicherkrankheit, die dazu führt, dass der Körper nur vermindert Kupfer ausscheidet und dieses vermehrt in der Leber und im Zentralnervensystem speichert.

Nach einiger Zeit voller Leiden und Hoffnungen die sich nicht erfüllten, war klar, dass sie eine neue Leber benötigen würde. „Die Art der Therapie war mir zu diesem Zeitpunkt bereits relativ egal. Mein Gedanke war nur: Endlich werde ich wieder gesund und darf nach Hause.”

Sie verdrängte als 16-Jährige völlig, dass eine Transplantation auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Ihre Freunde und Verwandten unterstützten sie deshalb umso mehr bei diesem lebenswichtigen Schritt. Die Atmosphäre bei Krankenhausbesuchen war zumeist optimistisch. „Trotzdem wusste ich um die große Sorge, die alle um mich hatten.”

Alexandra Meyer-Holtkamp hatte großes Glück, denn sie wartete nur 24 Stunden auf ihr neues Organ. Und die Zeit drängte wirklich, denn sie wäre innerhalb kurzer Zeit gestorben. Der Eingriff war sehr erfolgreich: Sie lebt nun schon seit 16 Jahren mit der Spenderleber.

„Ich war damals ein Teenager und musste plötzlich sehr schnell erwachsen werden.” Dinge, die man mit 16 Jahren normalerweise ausprobiert, hat sie mehrmals überdacht, da sie eine große Verantwortung für ihre Gesundheit zu tragen hatte. Sie fühlte instinktiv eine größere Verantwortung für die Zeit, die ihr neu gegeben wurde.

Heute führt sie im Großen und Ganzen ein normales Leben. Die tägliche Einnahme von Medikamenten, die eine Abstoßung der Leber verhindern, geht im Alltag völlig unter.

Sie selbst sieht ihr neues Leben nicht als Geschenk, eher das gespendete Organ. „Ich bin den Angehörigen des Spenders sehr dankbar für ihre Entscheidung.” Denn jetzt macht sie das Normalste der Welt: leben.