Waltraud Kaspar

Angehörige

Manchmal verliert man einen geliebten Menschen völlig unvorbereitet – wie Waltraud Kaspar, deren Ehemann im Januar 2004 bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Er trug so schwere Hirnverletzungen davon, dass der Hirntod festgestellt wurde.

Trotz der Trauer über den schmerzhaften Verlust dachte Waltraud Kaspar sofort an eine Organspende, als sie von der Diagnose hörte. Sie fragte den Arzt, ob ihr Mann eventuell als Spender in Frage käme. Schon vor dem schrecklichen Unfall hatte sie sich intensiv in einer Frauengruppe ihrer Pfarrgemeinde mit dem Thema auseinandergesetzt und selbst einen Organspendeausweis ausgefüllt. „In einem Gespräch wollte ich die Meinung meines Mannes zum Thema Organspende wissen. Er wusste, dass ich einen Spenderausweis ausgefüllt hatte und meinte: 'Ich will nicht darüber nachdenken, aber wenn mal etwas passieren sollte, entscheide du, wie du es für richtig hältst'”, erzählt Waltraud Kaspar.

Gemeinsam mit ihren Kindern entschied sie, die Organe ihres Mannes freizugeben. „Durch die Organspende hat der Tod meines Mannes wenigstens noch einen Sinn, insofern dass andere Menschen weiterleben können und das empfinden meine Kinder und ich als sehr tröstlich. Es ist fast wie ein Lebenszeichen meines Mannes.” Hin und wieder erkundigt sie sich bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation, wie es den Empfängern geht und freut sich dann, wenn sie hört, dass alle wohlauf sind.

Waltraud Kaspar hofft, dass sich die Menschen selbst eine Meinung zum Thema Organspende bilden und dies auch ihren Angehörigen mitteilen. „Wenn der Fall einer Entscheidung eintritt, ist man doch sehr überfordert, wenn man sich nie über dieses Thema ausgetauscht hat.” Vielleicht fällt den Angehörigen in einer solchen Ausnahmesituation eine Entscheidung dann nicht mehr so schwer.