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Organspende-Dialog "Leben schenken!" 2009
Talkrunden und Lieder gaben den Menschen auf der Warteliste ein Gesicht
Bereits zum zweiten Mal haben die Techniker Krankenkasse (TK) und die Stiftung „Fürs Leben“ einen Organspende-Dialog in Hamburg veranstaltet.
Die Idee zum Organspende-Dialog: Wir wollen den 12.000 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan ein Gesicht geben. Dank der Talk-Gäste sowie zahlreicher Künstler - die mit ihren Diskussionsbeiträgen und Liedern zu einem gelungenen Abend beigetragen haben - wurde ihnen im wahrsten Sinne eine Stimme verliehen.
Rund 400 Gäste waren zu der Abendveranstaltung ins Curiohaus gekommen. Unter dem Motto „Leben schenken“ diskutierten Mediziner, Theologen, Patienten, Angehörige sowie Sportler über das Thema Organspende. Hochkarätige musikalische Gäste sorgten für einen stimmungsreichen Rahmen. Dr. Susanne Holst - promovierte Medizinerin und bekannte TV-Moderatorin - führte kompetent und mit viel Gefühl durch den Abend.
Mit einem fetzigen Rapp auf die bekannten Verse von Goethes „Zauberlehrling“ gelang Bo Flower und den „Jungen Dichtern und Denkern“ bereits ein erfrischender Auftakt. „Mit Hip-Hop lassen sich auch sperrige Wörter wie Organspendeausweis gut vertonen“, ist der Hamburger Rapper überzeugt, der zum zweiten Mal für den Organspende-Dialog auf der Bühne stand.
In kurzen Gesprächsrunden wurden die unterschiedlichen Aspekte der Organspende beleuchtet: Prof. Dr. med. Martin Burdelski von der Universitätsklinik Schleswig-Holstein in Kiel ist Experte für Kinderlebertransplantationen. Er erlebt immer wieder das " Wunder", wenn ein Kind todkrank eingeliefert wird und bereits drei Wochen nach der Transplantation fröhlich herumspringt. Über eine ähnliche Erfahrung konnte Annett Pöpplein berichten. Ihr zwölfjähriger Sohn Jens lebt bereits seit fünf Jahren mit einem Spenderherz. Sie ist heute sehr glücklich über ihren "quicklebendigen Jungen“ und selbst Ausweisinhaberin. Mit der Transplantation ging für beide eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod zu Ende.
Der Organspende seine Stimme zu geben - das war für Laith Al-Deen nie eine Frage. - Eher eine Selbstverständlichkeit. Denn er betrachtet die Bereitschaft als „echte, gelebte Nächstenliebe". Mit seinem Song "Leb den Tag" berührte er die Herzen der Gäste. Die Sängerin Pe Werner brachte in ihrem Stück "Der Mond ist aus Papier" die Liebe zu ihrem verstorbenen Vater zum Ausdruck. Im Gespräch mit Dr. Susanne Holst musste sie ehrlich gestehen, dass sie die Entscheidung zur Organspende bislang hinausgezögert habe. Ihr Versprechen, an diesem Abend tatsächlich einen Organspendeausweis auszufüllen, hat sie gehalten. Mit Spielfreude, Witz und Poesie präsentierten die vier Damen von Salut Salon ihren Song „Was kann das Herz dafür“ und zauberten ein Lächeln auf die Gesichter der Gäste. „Wir haben inzwischen alle einen Ausweis“, erklärte das Quartett voller Überzeugung.
Lässt der Islam eigentlich Organspende zu? Wie steht die katholische Kirche zu diesem Thema? Auf diese Fragen gaben kirchliche Vertreter bereitwillig Auskunft. Auch darüber, welche Einstellungen die verschiedenen religiösen Gruppen in unserer Gesellschaft haben, wurde gesprochen. Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke ist überzeugter Befürworter der Organspende und bezeichnet sie als "leibhaftige christliche Nächstenliebe". Zudem betrachtet die katholische Kirche Organspende als eine hochherzige, christliche Tat. Auch der Papst hat sich öffentlich zu einem Organspendeausweis bekannt. Dr. Zekeriya Altug, Geschäftsführer der DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion), ergänzte „Auch der Islam ist für die Organspende, sofern dadurch ein Menschenleben gerettet werden kann."
Rund um das Thema Sport drehte sich die Gesprächsrunde, in der Sandra Völker, erfolgreichste Schwimmerin Deutschlands und Christian Schwarzer, ehemaliger Handballnationalspieler, dabei waren. „Ich setze mich unter Sportlern gerne für die Organspende ein“, erklärte Schwarzer. Auch Sandra Völker plädierte dafür, Kinder und Jugendliche verstärkt über Organspende aufzuklären. „Sie stehen dem Thema sehr offen gegenüber“. Zudem waren sich beide einig, dass sie als Vorbilder für viele Jungendliche auch in Sachen Organspende mit gutem Beispiel vorangehen wollen.
Quelle: TK
Fotos: TK





