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Presse

Archiv 2008

Leben schenken nach dem Tod

Interview mit Professor Dr. Günter Kirste, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), anlässlich des 40. Jahrestages der ersten Herztransplantation.

Frankfurt am Main, Januar 2008. In Deutschland warten über 800 schwer kranke Menschen auf eine Herztransplantation. Jährlich können rund 400 Organe übertragen werden. Herztransplantationen werden dadurch ermöglicht, dass Menschen nach dem Tode ihre Organe spenden.

Welche Gründe sprechen für die Organspende?
Prof. Dr. Günter Kirste: Organspende bedeutet Leben – Leben für andere. Fast jeder würde sich im Fall einer schweren Herzerkrankung für eine lebensrettende Transplantation entscheiden. Jeder sollte deshalb zu Lebzeiten über eine Organspende nachdenken, eine positive Entscheidung treffen und diese dokumentieren.

Gibt es Besonderheiten bei der Spende eines Herzens?
Prof. Dr. Günter Kirste: Für viele Menschen ist das Herz ein besonderes Organ, ein Symbol für Liebe und Verbundenheit. Meiner Meinung nach ist jedes gespendete Organ ein Geschenk an die Patienten auf der Warteliste. Den Spendern und ihren Angehörigen gebührt in jedem Fall ein besonderer Dank. Aus medizinischer Sicht ist es entscheidend, ein entnommenes Herz rasch zum Empfänger zu transportieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Herz im Empfänger zuverlässig schlägt. Von der Entnahme bis zur Transplantation dürfen nur wenige Stunden verstreichen. Bei einer Niere können maximal 34 Stunden von der Entnahme bis zur Transplantation vergehen, bei einem Herzen sind es nur vier bis sechs Stunden. Die Entnahme des Herzens wird von einem erfahrenen Chirurgenteam aus dem Transplantationszentrum vorgenommen. Wie bei der Übertragung anderer Organe müssen die Blutgruppen von Spender und Empfänger vereinbar sein. Größe und Gewicht sollten ähnlich sein.


Wie lange warten Patienten auf eine Herztransplantation?
Prof. Dr. Günter Kirste: Das ist abhängig von der Dringlichkeit. Durchschnittlich warten die Patienten etwa ein bis zwei Jahre. Einige Patienten müssen jedoch, bevor sie ein Organ erhalten, von der Warteliste genommen werden, weil sich ihr Zustand so verschlechtert hat, dass eine Transplantation nicht mehr möglich ist. Ein Teil der Patienten stirbt sogar während der Wartezeit, weil kein Organ für eine Transplantation zur Verfügung steht. Unser Ziel ist es, dass sich möglichst alle Menschen für eine Organspende entscheiden, damit jedem Patienten auf der Warteliste geholfen werden kann.



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