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Presse

Archiv 2008

Organspende im internationalen Vergleich

Potenzial in Deutschland noch nicht ausgeschöpft – Menschen mit positiven Botschaften zur Organspende motivieren

Berlin, 01. Juni 2007. Mit 15 Organspenden pro Million Einwohner ist in Deutschland die Spenderrate so hoch wie nie zuvor. In den letzten vier Jahren ist die Zahl der Organspender um rund 25 Prozent gestiegen, fällt im Vergleich zu anderen Ländern jedoch immer noch gering aus. Spanien ist mit einer doppelt so hohen Rate Spitzenreiter in Europa. In den USA sind es rund 23 Spender pro Million Einwohner. Die Gründe für diese enormen Abweichungen sind vielschichtig und liegen nicht in der unterschiedlichen gesetzlichen Regelung begründet. Bestes Beispiel ist Mecklenburg-Vorpommern, wo mit der in Deutschland üblichen erweiterten Zustimmungslösung 30 Spender pro Million Einwohner erreicht werden. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sieht deshalb die Möglichkeiten einer Förderung der Organspende weniger in einer Änderung der Gesetzgebung von der zurzeit geltenden erweiterten Zustimmungslösung in eine Widerspruchslösung, als vielmehr in einer konsequenteren Ausschöpfung der bestehenden gesetzlichen Regelungen. „Allein durch eine Steigerung der Spendermeldungen in den Krankenhäusern lässt sich die Anzahl der Organspenden in Deutschland laut vorliegenden Untersuchungen nahezu verdoppeln“, erklärt Professor Dr. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

Unterstützung der Krankenhäuser erhöht Spenderquote
Die Spenderrate in Spanien liegt mit rund 34 pro Million Einwohner weit vor allen anderen Nationen. Die Krankenhäuser profitieren hier vor allem von der personellen Unterstützung, die sie im Organspendeprozess erhalten. Jede der 200 Kliniken, die an der Organspende beteiligt ist, hat einen eigenen Transplantationsbeauftragten. Zusätzlich entlasten circa 500 Koordinatoren das Krankenhauspersonal. Sie führen Angehörigengespräche und tragen durch ihr Engagement zu hohen Spenderzahlen bei. In Deutschland sind dagegen für mehr als 1.400 Krankenhäuser nur rund 60 Koordinatoren tätig. Darüber hinaus haben hierzulande bisher lediglich sechs Bundesländer Ausführungsgesetze geschaffen, in denen die Transplantationsbeauftragten in Kliniken mit Intensivstationen ausdrücklich zur Pflicht gemacht werden kann.

Den „Durchbruch“ für die hohe Spenderquote in den USA brachte 2003 eine Initiative des Gesundheitsministeriums: die „Organ Donation Breakthrough Collaborative“. Experten analysierten den Organspendeprozess in den Krankenhäusern mit den höchsten Spenderraten. Die erfolgreichsten Arbeitsweisen und Abläufe wurden auf andere Kliniken übertragen, was auch deren Organspendezahlen erheblich steigerte.

Das gesamte Interview steht für Sie als PDF-Download bereit:



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