Hast du schon über Organspende nachgedacht?
Frankfurt, 25. Mai 2010. Ein junger Mann joggt die Straße entlang, die Augen geschlossen, völlig vertieft in die Musik aus seinem MP3-Player. Man sieht nur seinen Oberkörper und den Kopf. Plötzlich verschwindet er. Schnitt. Die Kamera zeigt eine tiefe Baugrube – den Rest kann sich der Zuschauer denken. Dann folgt die Aufforderung: „Es kann dich jederzeit treffen. Entscheide dich jetzt für Organspende.“ Mit diesem und weiteren Comic-Webfilmen will die Stiftung FÜRS LEBEN vor allem Jugendliche ansprechen und sie motivieren über Organspende nachzudenken.
Die Filme haben eine klare Aussage: Es kann jederzeit passieren. Beim Joggen, Fensterputzen, Spazierengehen oder auf High Heels. Gut, wenn man dann für den Fall der Fälle seinen Organspendeausweis in der Tasche hat. Die Botschaft der Webfilme ist bewusst überspitzt dargestellt und natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.
Denn Erfahrungen bei Schulprojekten oder Aktionen mit jungen Leuten zeigen, dass Jugendliche selbstverständlicher und eher pragmatisch an das Thema Organspende herangehen und sich auch in die Situation versetzen können, selbst eine Transplantation zu benötigen. Die Webfilme gehen die Frage deshalb auf direkte Art und Weise an – ohne den moralischen Zeigefinger oder Belehrungen, sondern mit viel Witz, einer überraschenden Pointe und offenem Ende.
„Organspende ist ein wichtiges, ja sogar ein lebenswichtiges Thema“, erklärt Prof. Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und Initiator der FÜRS LEBEN-Stiftung. Täglich sterben im Durchschnitt drei Menschen, die vergeblich auf ein Organ gewartet haben. „Die Webfilme sollen dies thematisieren, aber eben mal anders als bisher. Über das Internet, das Jugendmedium Nummer Eins, wollen wir zur Diskussion über Organspende anregen“, erklärt Kirste. Die Webfilme geben einen ersten Denkanstoß und sollen Interesse wecken, über Organspende nachzudenken.
Bisher haben das noch zu wenige getan: Zwar würden laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 67 Prozent der 14 bis 25-Jährigen nach dem Tod ihre Organe spenden, doch nur zwölf Prozent haben einen Organspendeausweis. Rund zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich über Organspende nicht ausreichend informiert. „Hier müssen wir dringend ansetzen, damit sich mehr junge Menschen mit dieser Frage beschäftigen und eine Entscheidung treffen“, ergänzt der Kaufmännische Vorstand der DSO, Dr. Thomas Beck.
Die Filme stehen unter www.fuers-leben.de zum Download zur Verfügung.
Die Stiftung FÜRS LEBEN
Die Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Akzeptanz und das Ansehen der Organspende in Deutschland zu steigern und damit gleichzeitig die Spendebereitschaft zu erhöhen. Um dies zu erreichen, setzt die Stiftung FÜRS LEBEN auf eine breite und langfristig angelegte Aufklärungskampagne, die die Menschen emotional berührt und die Erfolge der Transplantationsmedizin erleb-bar macht.
Eine Reihe von Partnern hat sich der Stiftung bereits angeschlossen. Ziel ist es, weitere Unterstützer zu gewinnen und neue Kooperationen einzugehen. FÜRS LEBEN hofft, dass noch mehr Institutionen aus Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft sowie Privatpersonen das Thema aktiv als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe mittragen und insbesondere auch finanziell durch Spenden unterstützen.
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