03.12.2010

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Aufklärung über Organspende ist lebenswichtig“

467 Berliner warten auf eine Organspende – Verleihung des Helmut Werner-Preises durch Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche beim Organspende-Abend der Stiftung FÜRS LEBEN in Berlin

Berlin, 03. Dezember 2010. Sophia Müller-Menrad blickt mit wachen Augen ins Publikum. Die 9-Jährige zappelt mit den Beinen, würde am liebsten aufspringen und allen beweisen „ich lebe, mir geht es gut“. Dass dies so ist, verdankt Sophia einer Organspende. Diese Dankbarkeit und das Glück auf der einen, Trauer und Verlust, aber auch Trost, auf der anderen Seite – beides steckt im Thema Organspende. Diese großen Gefühle holte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) unter dem Dach ihrer Treuhandstiftung FÜRS LEBEN auf die Bühne. „FÜRS LEBEN – ein Abend voller Emotionen“ hieß die Veranstaltung und fand am Donnerstag im Atrium der Deutschen Bank unter den Linden statt. Gemeinsam diskutierten Mediziner, Patienten, Angehörige, sowie prominente Musiker und Sportler über das Thema Organspende und seine verschiedenen Aspekte. Ziel des Organspende-Abends war es, die geladenen Gäste mit dem lebenswichtigen Thema vertraut zu machen und Unterstützer zu gewinnen.

Unterstützung bekam die Stiftung auch von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, der an die Bereitschaft jedes Einzelnen appellierte, einen Organspendeausweis auszufüllen. „Täglich sterben Menschen, weil ihnen nicht rechtzeitig mit einer Organspende geholfen werden konnte. Die aktuellen Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen: Wer umfassend informiert und aufgeklärt ist, füllt eher einen Organspendeausweis aus. Das unterstreicht die lebenswichtige Bedeutung von Information und Aufklärung, die auch von der Stiftung FÜRS LEBEN durchgeführt wird.“

Und eine Entscheidung ist wichtig, denn jeden Tag sterben im Durchschnitt drei Menschen, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht. „Allein in Berlin warten 467 Patienten auf eine Organspende“, unterstrich der Kaufmännische Vorstand der DSO, Dr. Thomas Beck. „Nur wenn mehr Menschen unser Anliegen unterstützen, kann auch mehr Patienten auf der Warteliste geholfen werden,“ fügte er hinzu. Der Medizinische DSO-Vorstand, Prof. Dr. Günter Kirste, appellierte: „Das lebenswichtige Thema sollte in Deutschland zur Selbstverständlichkeit werden, wie das in vielen anderen Ländern wie den USA schon längst der Fall ist.“ Dies unterstützten am Donnerstag auch Künstler wie Laith Al-Deen und die Musikgruppe Karat, die der Organspende mit ihren Songs eine Stimme gaben.

Den Einsatz für die Organspende zu würdigen ist Ziel des mit 5000 Euro dotierten Helmut Werner-Preises, der im Rahmen der Veranstaltung von der Kinderhilfe Organtransplantation (KiO), einer Initiative der „Sportler für Organspende“, verliehen wurde. Die Auszeichnung, übergeben von Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche und von dem KiO-Vorsitzenden Hans Wilhelm Gäb, ging an die Kinderkrankenschwestern Hanna Harste und Marcelina Plonka-Sobota von der Medizinischen Hochschule Hannover für ihre jahrzehntelange Fürsorge und Pflege von organkranken und transplantierten Kindern. Dr. Dieter Zetsche betonte bei der Preisverleihung: „Daimler nimmt in vielen Be-reichen des Lebens soziale Verantwortung wahr. Die Organspende ist ein Akt der Lebensrettung, der Bewunderung und Unterstützung verdient.“

Seit 2005 vergibt die KiO die Auszeichnung. Sie erinnert an den 2004 verstorbenen früheren Mercedes-Chef Helmut Werner, der sich als Mitglied des Vereins „Sportler für Organspende“ in besonderer Weise für die Transplantations-Medizin eingesetzt hatte, selbst aber nicht mehr rechtzeitig durch eine Organspende gerettet werden konnte.

Fotos zur Veranstaltung sind bei der Pressestelle unter presse(at)dso.de oder zum Download erhältlich.

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